Genug - Kifaya - Game Over! Die arabische Welt im Aufbruch

Editorial, Hassan Hammad
Als ich klein war, nahm mich meine Mutter oft in den Zoo von Giseh mit. Sie hielt meine Hand immer ganz fest, um zu verhindern, dass ich mich von ihr losreiße und in alle Richtungen laufe. Ich nutzte die Gelegenheit, um mit ihr zuerst ins Elefantenhaus zu gehen...
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Von der arabischen Revolution im Besonderen und von der Weltgesellschaft im Allgemeinen – zur philosophischen Botschaft des Tahrir-Platzes, Roland Merk im Gespräch mit Hans Saner
(...)
R.M.: Kommen wir auf den Begriff der Toleranz zu sprechen. Da haben Sie Ihre Kritik und das hängt möglicherweise auch mit der Kategorie des »Mitseins« zusammen?
H.S.: Ja, das »Mitsein« ist im Begriff der Toleranz und in der bisherigen Praxis der Toleranz gar nicht angelegt...
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Von Bin Laden zu Mohamed Bouazizi, Roland Merk
Die Nacht war groß, als der junge Tunesier Mohamed Bouazizi aus Empörung über die Zustände in seinem Land sich an einem lichterfüllten Tag auf einem öffentlichen Platz zum Fanal der arabischen Revolution verbrannte. Die stumme, verzweifelte Botschaft war die eines Entmündigten, eines zur Sprachlosigkeit verdammten jungen Mannes, der mit letztem Einsatz seines Körpers das zur Sprache brachte, ...
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Wem applaudieren wir?, Martin R. Dean
Als der Aufstand der arabischen Völker gegen ihre Diktatoren begann, brach ein zur stillen Gewohnheit gewordenes Tabu ein: nämlich das, dass es ebenso nutzlos wie unmöglich ist, sich gegen herrschende Unrechtsverhältnisse zur Wehr zu setzen und die Gesellschaft nach eigenen Vorstellungen umzugestalten. Seit Ende der 68-Revolution war uns das Lebensgefühl der Lähmung immer mehr zur zweiten Natur geworden, und während es sich in den arabischen Ländern zu Lethargie und Ohnmacht steigerte, bildete es im Westen den trüben Bodensatz eines utopielosen Fatalismus...
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An den Präsidenten meines Landes, El Général
Herr Präsident, ich richte mich heute an Sie,
in meinem Namen und im Namen meines Volks, das im Elend lebt.
Wir sind im Jahr 2010, und noch immer sterben Menschen an Hunger.
Sie wollen arbeiten, um zu überleben, aber ihre Stimmen werden nicht gehört!
Gehen Sie auf die Straße und sehen Sie, wie die Menschen zu Tieren werden.
Sehen Sie die Polizisten und ihre Stöcke – tack, tack, tack!...
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Mein Name ist Revolution, Mona Prince
Ich sollte mit einer Einleitung beginnen.

Die Tunesier haben es geschafft! Bravo! Eine gute Lektion für die Völker, die leben wollen und das Leben wirklich lieben, … nicht für die, die mit dem Jenseits, der Hölle und den Qualen im Grab beschäftigt sind. Ich grüsse das tunesische Volk und zolle ihm höchste Achtung und Respekt!...
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Der Jemen braucht Menschen, die ihn lieben, Ilham M. Manea
Nein, ich habe mich nicht gewundert. Sie etwa? Ich habe mich nicht gewundert, als im Februar 2011 der Aufstand der jungen Männer und Frauen im Jemen ausbrach. Tatsächlich war vorherzusehen, dass so etwas passiert. Es war nur eine Frage der Zeit, weiter nichts...
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Genug. Schluss. Jetzt reichts!
Der Kifaya-Gestus in der ägyptischen Literatur der 2000er Jahr
, Christian Junge
Die Wut der Ägypter auf das Mubarak-Regime begann sich am 25. Januar 2011 zu entladen. Es war der so genannte »Tag des Zorns«, mit dem die Massenproteste begannen, die am 9. Februar 2011 schließlich zum Rücktritt Hosni Mubaraks führten. Besonders für den Westen kam diese »Revolution« überraschend und scheinbar aus dem Nichts. Dabei gärte es schon länger in Ägypten, soziale Spannungen nahmen zu, und die Wut auf das Regime wuchs...
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