Rauda al-Balushi

Der tamilische Mann

»Komm ... komm, streck dich neben mir aus, solange du noch die Pracht der Niederlage, die Freigebigkeit der Trauer und die Herrlichkeit der Fremde mit mir teilst! Komm! Die Parias dort drüben warten darauf, dass du zu ihnen kommst!«
Als er das sagte – so schien es mir zumindest – ließ ich meine Erinnerungen zurück und floh.
Sechs Uhr morgens.
Die Malediven: ein Paradies, das keine Wahrsager beherbergt.
Dieses Keuchen, das sich meinen Lungen entwand, war nichts als ein heftiger Schrei, der sich langsam in meinem Inneren ausbreitete, um noch das bisschen Ruhe, das mir geblieben war, aufzulösen. Als gehörte mir selbst dieser tote Körper, in der Farbe von geröstetem Kaffee, der sich nach vorne streckte, dessen Rücken selbstsicher den silbrigen Erdboden am westlichen Inselstrand herausforderte. Sein langes schwarzes Haar wehte um ihn herum, fiel in alle Himmelsrichtungen auf den Sand und beschmutzte seine silberne Geliebte. Seine hervortretenden Augen starrten mich frech an und bohrten sich in meinen Schädel, als wolle er mich zu sich einladen. Sein Mund, der ruchlos stöhnte, war vom Leid der letzten halben Stunde seines Lebens gestopft worden, das verriet der letzte Ausdruck auf seinem Gesicht.
Voller Entsetzen floh ich. Ich fürchtete, dass er aufstehen und mir nachlaufen, dass er mich packen und mir ein Ende bereiten würde, genauso ekelhaft wie seines; dass ich seine heisere Stimme vernehmen würde, die in einem stummen Aufschrei kichert: Was glaubst du wohl, wer der nächste sein wird, Amer?
Als er meinen Namen aussprach, rannte ich noch schneller, wie ein gewitzter Feigling, ohne mich umzudrehen. ( ...)