Fata Morgana, Abd al-Aziz Khoja


Du schreitest einher
auf Herbststränden wie ein Strahl.
In sanftmutiger Zärtlichkeit wischst du
die Abschiedsträne auf der Wange der Dämmerung weg.
Da haste ich wie wahnsinnig zu dir,
entflammt, Sehnsucht strahlend,
vergangene Sehnsucht.
Ich begegne nichts als einem versunkenen Strand,
der beim weiten Horizont Zuflucht suchte.
Doch unser Weg blieb derselbe
unsere Sorgen blieben dieselben
und unsere Wehmut blieb dieselbe,
bis du vierzig wurdest.
Du
schreitest noch auf den Stränden einher;
du bist immer noch wie ich dich kannte:
zauberhaft für jeden Blick.
Du wirst nicht älter!
Doch ich… ich werde von den Jahren aufgezehrt;
ich renne immer noch wie in einem Wahn,
in dessen Kerker noch ein Schimmer glänzt.
Noch suche ich, ohne Gefährten, in den Gassen,
noch blicke ich den Horizont an
und, o Hoffnung der Jahre,
suche dich immer noch alleine in meinem großen Gefängnis;
und, ohne Beschützer, zehren die Jahre mich auf.
Ich sehe dich wie einen freien Traum
dort, wo Horizont und der versunkene Strand aufeinander treffen.
Und dieser Weg ist immer noch derselbe,
aber dieser Weg ist der Weg
bis ich vierzig überschritt.