Lisan Verlag
Dr. Hassan Hammad
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Der Wagen der Marke GMC, auf dessen beiden Vordertüren das Logo der »Behörde für die Verbreitung von Tugendhaftigkeit und die Verhinderung von Lastern« prangte, fuhr durch eine Seitenstraße des Wurud-Viertels. Der Fahrer hatte diesen Weg gewählt, um den Stau auf der König-Abdallah-Straße zu umgehen. Er bog rechts in die Ulya-Straße ein und blieb an der Ampel stehen, an der sich die König-Abdallah-Straße und die Ulya-Straße kreuzen. Fahd dachte daran, wie oft er diese Straße mit Tarfa entlanggegangen war. Sie hatten sich die großen Werbeplakate an der Ecke beim Ministerium für kommunale und ländliche Angelegenheiten angeschaut und hatten gelacht, während sich ihre Finger leidenschaftlich ineinander verhakten. »Erinnerst du dich noch an das Haus deiner Tante im König-Fahd-Viertel, das zur Miete angeboten war?«, hatte er zu ihr gesagt. Sie waren eines Nachts in das unmöblierte Haus eingedrungen und hatten sich nackt auf den Boden der Halle gelegt. Ihre Stimmen, ihr Lachen und ihr Stöhnen hatten von den kahlen Wänden widergehallt. »Erinnerst du dich an das Abendessen, das wir im Subway geholt haben und das mir nicht geschmeckt hat?«, hatte sie entgegnet.
Jetzt blickte er umher und suchte die Straßen nach Tarfa ab. Wohin mochten sie Tarfa gebracht haben? Und wohin würden sie ihn bringen? Ihm schwante nichts Gutes. Seine Gedanken wurden immer wieder von den Anweisungen des Mannes mit den Adleraugen an den Fahrer unterbrochen.
Sie fuhren weiter, vorbei an der Ampel beim Uwais-Markt, doch der Fahrer bog nicht ins König-Fahd-Viertel ein. Der Straßenverkehr war ruhig. Beim Haram-Kleidermarkt, der gewöhnlich Menschenschwärme mit preiswerter Ware von schlechter Qualität anlockte, herrschte nicht der übliche Stau. Er seufzte tief und bat Gott um Vergebung. Vielleicht würde dies das Mitleid des Mannes mit den Adleraugen erregen, schien aber keine Wirkung zu zeigen. Der Mann glich einem Schlachter beim Opferfest, der, den Griff seines gewetzten Messers zwischen den Zähnen, sein Opfer am Fuß hinter sich herzieht und gleichzeitig einem neuen Witz seines Freundes lauscht. Auf diese Weise führten sie ihn zur Schlachtbank, ohne dass er es wusste.
»Es handelt sich nur um einige Papiere, die Sie unterzeichnen müssen, dann können Sie gehen, wohin Sie wollen.« Das hatte er zu ihm gesagt und ihn ermutigt, ganz offen zu reden. Fahd seufzte wieder und blickte auf die Straße, während er an Tarfa dachte: Was magst du wohl jetzt tun? Wo bist du? Hat dich der Scheich mit der weißen Weste, dessen Augen Ruhe und Wärme ausstrahlen, zusammen mit seinem Kollegen im Auto zur Behörde gebracht? Oder zu einer Einrichtung für Mädchenerziehung? Vertraue seinem trügerischen Edelmut nicht! Und glaube ihm nicht, wenn er sagt, dass es sich hierbei nur um Formulare und die Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung handelt, wonach du dann wieder nach Hause kannst! Er wird dir sagen, dass sie die Sache geheim halten werden, aber er lügt! Er wird dich betrügen, wie er mich betrogen hat, er wird dich ins Gefängnis stecken oder deine Familie bitten, dich abzuholen. Was für eine Schande!
Wie hatte der Rausch der Liebe so plötzlich verfliegen und die Welt so schnell schwarz werden können? Wie hatten das Lachen von Tarfa, ihre verrückten Bemerkungen, ihre Lebensfreude sich so schnell in überwältigende Trauer verwandeln können? Wohin war das Auto mit ihr gerast?
Das Auto war losgebraust, und sie hatte hinten gesessen wie eine zuckende Taube, der man gerade den Kopf abgeschlagen hat. Die Hintertür war zentral verriegelt und nur von außen zu öffnen. Der Scheich mit der weißen Weste saß vorne und erzählte Geschichten von der Tugend ehrbarer Frauen, Frauen, die niemals ihr Haus verließen. Während er redete, seufzte sie hin und wieder. Der stumme bärtige Kollege, der sein Gesicht verschleiert hatte, steuerte das Auto mit hoher Geschwindigkeit.
Fahd wünschte sich, er könnte sie anrufen, sich nach ihr erkundigen, aber sie hatten ihm sein Mobiltelefon und all seine Papiere abgenommen.
...
Aus dem Arabischen von Abier Bushnaq
Aus Yousef Al-Mohaimeed In Buraida fliegen keine Tauben