Lisan Verlag
Dr. Hassan Hammad
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Die Heuschrecke und der Kaffee
Auch wenn ich keine bedeutende Persönlichkeit bin, so denke ich doch gern, dass ich nicht ganz unbedeutend bin. Kaffeeduft steigt mir in die Nase, über mir scheint der Mond. Neben ihm flimmert ein Stern. Mir gefällt der Gedanke, dass sie dies meinetwegen tun. Liebe für Dinge zu empfinden, lässt mich die Welt leichter ertragen. Um diese Liebe zur Welt empfinden zu können, stelle ich mir vor, dass sie erwidert wird. Selbst wenn die Welt mich böse ansieht, denke ich, dass sie mich nur liebevoll tadelt. Ich stelle mir vor, sie tut dies, weil ich meine Gefühle zu ihr, wegen meiner vielen Tätigkeiten, vernachlässigt habe. Es ist schön, im Leben voranzuschreiten und dabei zu fühlen, von der Welt geliebt zu werden. Nur zu oft verlieren wir dieses Gefühl und warten ständig darauf, dass jemand kommt und »ich liebe dich« sagt.
Der Kaffeeduft steigt mir in den Kopf. Er erinnert mich an die weiße Masse in meinem Kopf, die manchmal »Gehirn«, manchmal aber auch »Stroh« genannt wird. Wieso eigentlich gerade Stroh?!. Warum spricht man nicht von Joghurt oder etwas anderem, was dem Gehirn der Farbe nach ähnlicher ist?
Der Kaffeeduft verleitet mich dazu, den Stift in die Hand zu nehmen. Ich weiß nicht wieso, aber ich habe das Gefühl, dass Kaffee in meinem Gehirn ein Kratzen hervorruft, das nur ein Stift beruhigen kann. Vielleicht ist es das, was man unter Synästhesie versteht.
Auf ein weißes Blatt male ich Worte ohne Sinn und Zweck. Doch muss alles Tun einen Zweck haben? Sollten wir nicht besser damit aufhören, in jeder Sache einen Zweck zu erwarten, damit das Leben leichter erscheint. Oder ist es wichtiger, dem Leben einen Sinn zu geben, als es leichter erscheinen zu lassen? Vielleicht … Vielleicht … So viele Vielleicht. Woher soll ich das wissen!! ( ... )